Demenz im Fokus: Reges Interesse beim 2. Praxistag in Telfs

14.10.2025 11:26

Eine Gruppe von Menschen, die vor einem Schild stehenBeim 2. Demenz-Praxistag: Bgm. Christian Härting, Daria Wascher (Altenwohnheim Telfs Pflegedirektorin), Stefanie Pfeifer (SGS Telfs und Umgebung Pflegedienstleitung), GF Kathrin Hörschläger (SGS Telfs und Umgebung), Hans Ortner (Obmann SGS Telfs und Umgebung), Larissa Pöschl (CareManagement Il West) und Leonie Gander (Altenwohnheim Pflegedirektorin-Stv.).Zum zweiten Mal fand im RathausSaal Telfs der Praxistag „Demenz – den Alltag meistern“ statt. 115 Teilnehmende – darunter viele Angehörige demenzbetroffener Menschen – nutzten die kostenfreie Gelegenheit zum Informieren und Austauschen.

Der Tag wurde von Vorträgen, Erfahrungsberichten und interaktiven Workshops getragen. Im Mittelpunkt standen Verständnis von Demenzerkrankungen, Unterstützungsmöglichkeiten und praktische Wege für den Alltag mit Demenz. „Der Praxistag fördert Austausch, Wissen und Verständnis“, betonte Larissa Pöschl vom Care Management Tirol. Sie berät pflegende Angehörige und Betroffene und hob die offene, lebendige Veranstaltung als große Bereicherung hervor.

Einbindung junger Menschen 

Eine Besonderheit des zweiten Praxistags war die Einbindung junger Menschen: Die BesucherInnen kamen von der Handelsakademie Telfs sowie von der PTS Telfs (Fachrichtung Gesundheit/Soziales/Schönheit) und brachten sich zudem ehrenamtlich ein. Für die Teenager bot man zudem einen speziellen Workshop an, wobei der Praxis-Teil mit dem Titel „Erinnern trotz Vergessen? – check it out!“ durch den Parcours „Hands-on Dementia“ ergänzt wurde 

Programm mit Mehrwert 

Neurologin Heike Stockner zeigte in ihrem Vortrag auf, wie Bewegung, Ernährung, geistige Aktivität und soziale Teilhabe das Demenzrisiko beeinflussen und wie jeder Einzelne vorbeugen kann. Im Anschluss verteilten sich die BesucherInnen auf verschiedene Workshops, in denen in kleinen Gruppen konkrete Tipps und Antworten zu Fragen wie Umgang mit einer demenzkranken Mutter, Erhaltung der eigenen Kräfte als Angehörige, eine demenzfreundliche Wohnumgebung und rechtliche Vorsorge gegeben wurden. 

Berichte aus erster Hand 

In sehr persönlichen Worten schilderte Susanne Schmidt-Neubauer, Demenzberaterin bei der Caritas Salzburg, die Geschichte ihres Mannes, der mit 56 Jahren die Diagnose Alzheimer erhielt. Seitdem begleitet sie ihn – „Er kennt unsere Geschichte nicht mehr, emotional sind wir jedoch tief verbunden.“ 

Perspektiven aus der Region 

Katharina Schermann vom Sozial- und Gesundheitssprengel Telfs betonte: „Demenz wird immer stärker zum Thema. In Tagesbetreuung und mobilen Diensten merken wir eine wachsende Zahl Betroffener.“ Die Erkrankung sei mittlerweile weniger tabuisiert als früher, und Veranstaltungen wie diese helfen, das Thema weiter sichtbarer zu machen und passende Unterstützung zu finden.

Netzwerk und Unterstützung vor Ort 

In der Mittagspause gab es zahlreiche Informationsstände. Das regionale Netzwerk für Demenzkompetenz, getragen von der Koordinationsstelle Demenz Tirol, Care Management Tirol, dem Sozial- und Gesundheitssprengel Telfs, Vivavinz Mobile Dienste Inzing, VAGET und dem Gemeindeverband Altenwohnheim Telfs, präsentierte eine vielfältige Angebotslandschaft. Die Marktgemeinde Telfs ermöglichte als Gastgeberin die kostenfreie Saalnutzung, unterstützt von der Raiffeisenbank Tirol Mitte West.

Weitere Informationen Alles zum Thema Demenz in Tirol unter: www.demenz-tirol.at.

Eine Gruppe von Menschen, die auf Stühlen in einem Raum sitzen Im Bild: Impulsvortrag von Dr. Heike Stockner (Neurologin an der Univ.-Klinik Innsbruck).