90 Kinderbetreuungsplätze in der Südtiroler Siedlung

Eine Visualisierung der geplanten Kinderbetreuungseinrichtungin der Südtiroler-Siedlung.Diese Visualisierung zeigt, wie die Kinderbetreuungseinrichtung in der Südtiroler Siedlung aussehen wird.In der Südtiroler Siedlung entsteht eine neue Kinderbetreuungseinrichtung mit vier Kinderkrippen- und zwei Kindergartengruppen. Der Gemeinderat hat dem Vorhaben gestern grünes Licht gegeben.

Seit 2012 wird die Neuerrichtung der Südtiroler Siedlung kontinuierlich vorangetrieben. Der Altbestand wird fortlaufend abgerissen und durch Neubauwohnungen der Neuen Heimat ersetzt. Schlussendlich wird dieser Ortsteil dort ca. 1.000 BürgerInnen beheimaten. Die dadurch notwendige Kinderbetreuungseinrichtung wird im Zuge des sechsten und letzten Bauabschnittes (2026 – 2028) realisiert. Sie bietet künftig Platz für vier Kinderkrippengruppen und zwei Kindergartengruppen bzw. 90 Kinder und umfasst eine Nutzfläche von 1.112 m². Das entspricht etwa derselben Größe wie das KIKO in der Olympstraße.

Betreuungsbedarf steigt

„Durch die neuen gesetzlichen Vorgaben des Landes zum Recht auf Vermittlung eines Kinderbildungs- und -betreuungsplatzes ist es insbesondere im Krippenbereich notwendig, mehr Plätze zu schaffen“, erklärte Bgm. Christian Härting (WFT) und gab zu bedenken, dass es gegenwärtig 150 Zweijährige in Telfs gibt. Nur 50 davon befinden sich derzeit in Betreuung, 20 stehen auf einer Warteliste und 10 Kinder besuchen aufgrund mangelnder Plätze aktuell Krippen in den Umlandgemeinden. Außerdem dürfe man zudem nicht außer Acht lassen, dass der Kindergarten Egart und das „Haus der Telfer Kinder“ nicht mehr ganz dem Stand der Technik entsprechen.

Kinder können im Herbst 2028 einziehen

Der Startschuss für den gesamten Bauabschnitt fällt im Herbst 2026 und die Fertigstellung ist für Sommer 2028 vorgesehen. Somit kann die neue Kinderbildungseinrichtung soll ab Herbst 2028 genutzt werden. Errichtet wird das Gebäude im nordwestlichen Teil der Siedlung, im Bereich des Kreisverkehrs. In der gemeinsamen Tiefgarage stehen fünf Garagenabstellplätze sowie neun oberirdische Kiss-and-ride-Parkplätze für die Betreuungseinrichtung zur Verfügung.

Kaufoption im Jahr 2033

Gebaut wird das Projekt von der Neuen Heimat Tirol um 4.662.000 Euro. Es handelt sich um ein Mietkaufprojekt. Die Gemeinde kann die Einrichtung nach fünf Jahren erwerben, ist dazu aber nicht verpflichtet. Falls ein Kauf erfolgt, wird dieser im Jahr 2033 fällig. Die Förderung des Landes Tirol in Höhe von 1,7 Millionen Euro wird als Eigenmitteleinbringung und für die Einrichtung verwendet. Damit wird die Miete reduziert und der Kaufpreis im Jahr 2033 wird rund 3 Millionen Euro betragen.

Wortmeldungen der MandatarInnen

Vize-Bgm. Johannes Augustin (NEOS) bezeichnete die Kinderbetreuungseinrichtung als gesellschaftlich wichtig, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu stärken. Ähnlich sieht das auch GV Christoph Walch (GRÜNE) und betonte: „Natürlich kostet das Projekt Geld, aber Kinderbetreuung ist für uns als Wirtschaftsstandort essenziell, um Menschen den Weg zurück in die Erwerbstätigkeit zu ermöglichen. Stillstand wäre teurer.“ GR Michael Ebenbichler (FPÖ) sprach sich zwar für das Vorhaben aus, kritisierte jedoch, dass Gemeinden vom Land zunehmend stärker belastet würden. Bei der Kinderbetreuung gehe es nicht nur allein um die Errichtung der Gebäude, sondern auch um die Erhaltung und vor allem um die Personalkosten. GR Alfred Mühl (MFG) äußerte, er sei grundsätzlich für das Projekt. Für den Fall, dass sollte die Auslastung einmal nicht gegeben sein, sollte man so planen, dass die Räumlichkeiten im Rahmen der Kinderbetreuung auch anderweitig genutzt werden können.

Der Gemeinderat sprach sich fast einstimmig für das Projekt aus. Es gab nur eine Enthaltung (GV Norbert Tanzer, DEIN T).