90 Jahre voller Tatkraft: Herlinde Glatz feierte Geburtstag

Eine Person und eine Person, die auf einer Couch sitzen und Blumen haltenHerzliche Glückwünsche zum 90. Geburtstag: Bgm. Christian Härting überreichte Herlinde Glatz einen Blumenstrauß im Namen der Marktgemeinde.Mit strahlendem Lächeln, vielen Erinnerungen und bemerkenswerter Lebensfreude empfing Herlinde „Linde“ Glatz Bgm. Christian Härting zu ihrem 90. Geburtstag. Der Gemeindechef überbrachte der Jubilarin am 9. Juli die Glückwünsche der Marktgemeinde Telfs sowie einen Blumenstrauß. Bei einem angeregten Gespräch erzählte die geistig wie körperlich äußerst fitte Seniorin aus ihrem bewegten Leben.

Von Bruneck nach Telfs

Geboren wurde Herlinde Glatz in Bruneck. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam sie mit ihren Eltern als Vertriebene nach Imst, wo die Familie in der Südtiroler Siedlung lebte. Wenig später führte ihr Weg nach Telfs – jener Gemeinde, in der sie ihre Heimat fand.

Schon in jungen Jahren zeigte sich ihre Offenheit für Neues. Mit nur 20 Jahren ging sie für eineinhalb Jahre nach Manchester, um dort als Haushälterin zu arbeiten und Englisch zu lernen. Dass sie dafür noch die Zustimmung ihrer Eltern benötigte, mag heute überraschen – damals wurde man erst mit 21 Jahren volljährig.

Ein Leben für die Gastronomie

Die Gastronomie wurde zu ihrer beruflichen Heimat. Gemeinsam mit ihrer Schwester arbeitete sie beispielsweise in Seefeld, verbrachte drei Saisonen im Restaurant am Fernsteinsee und war später im Gasthof Rössl tätig.

Ihren späteren Ehemann Josef „Pepi“ Glatz lernte sie bei einem Ball kennen. Gemeinsam führten sie viele Jahre das Restaurant Benedetto in der Anton-Auer-Straße sowie die damals angrenzende Minigolfanlage. Diese war in den 1970er- und 1980er-Jahren ein beliebter Treffpunkt für Familien und Jugendliche und vielen TelferInnen noch in guter Erinnerung. Gemeinsam zog das Ehepaar zwei Kinder groß. Heute zählen fünf Enkelkinder und zwei Urenkel zur Familie.

Aktiv bleiben

Wer Herlinde Glatz begegnet, merkt schnell, dass Stillstand nicht zu ihrem Wesen gehört. Sie strickt gerne, trifft sich regelmäßig mit FreundInnen ihres Jahrgangs zum „36er-Treffen“ und kocht jeden Tag selbst. „Das hält mich fit. Ich muss überlegen, was ich essen möchte, eine Einkaufsliste schreiben und einkaufen gehen. Das tut mir gut“, erzählt sie mit einem Lächeln.

Seit Kurzem lebt sie auf eigenen Wunsch im betreubaren Wohnen in der Rosengasse. Dort fühlt sie sich wohl, kennt viele ihrer NachbarInnen seit Jahren und genießt die sozialen Kontakte und die kurzen Wege. Spaziergänge in Richtung Inntalcenter gehören ebenso zu ihrem Alltag wie ihre gelebte Selbstständigkeit – beste Voraussetzungen, um mit viel Elan in das zehnte Lebensjahrzehnt zu starten.